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28.05.2019 - Griechische Simsons, Opfer der Salzluft

Dienstag, 28 Mai 2019 geschrieben von

Über die Ebay-ähnliche Seite Car.gr haben wir in Griechenland schon im Vorfeld einige Simson-Angebote ausfindig gemacht. Folglich ist der Name Simson im Land des Fetas, Ouzos und der Oliven zumindest unter den Zweiradshop-Besitzern ein Begriff. Wir trafen Dimitris, der auf der Website mehrere SR4 Fahrzeuge zum Verkauf angeboten hat. Leider kamen wir etwas zu spät: Ein Deutscher hatte bereits alle Simson Fahrzeuge ein paar Wochen zuvor gekauft, sodass wir in seinem Shop kein ganzes Moped finden konnten. Immerhin hatte er noch ein altes eckiges Rücklicht eines Stars in seiner Teilekiste, welches wir ihm kurzerhand abgekauft haben. Man weiß ja nie, wofür man es nochmal gebrauchen kann ;).

Ein anderer griechischer Zweirad-Fan hatte in seinem Garten einen stark verrosteten Habicht rumstehen. Auch diesem Fahrzeug ist die griechische Salzluft scheinbar nicht so gut bekommen. Schaut selbst, das Moped ist ein echtes Unikat ;)

Nachdem wir das Habicht-Foto auf Instagram gepostet haben, meldeten sich noch zwei weitere Simson-Fans aus Athen bei uns, die beide ebenfalls einen Star fuhren. Leider hatten sie in den darauffolgenden Tagen keine Zeit sich mit uns zu treffen. Trotzdem erfuhr ich von ihnen einige interessante Fakten über Simson in Griechenland:

 

1. Hierzulande findet man sehr viele SR4 Fahrzeuge und weniger Schwalben. Scheinbar wurden damals eine Menge Sperber, Habicht und Stare nach Griechenland exportiert. Die meisten davon sind heutzutage aber in einem schlechten Zustand, denn...

2. ...Für die Griechen ist es nur sehr schwer möglich an neue Ersatzteile zu kommen.

3. Die Polizeikontrollen in Griechenland sind sehr lax. Unser griechischer Freund erzählte uns mit einem Augenzwinkern, dass er ohne Papiere und Versicherung durch die Gegend fährt. Wenn er mal angehalten wird, sagt die Polizei dann meist: "Wir kennen das Fahrzeug nicht" und dann darf er einfach weiterfahren.

4. Eine griechische Mopedversicherung kostet jährlich ca. 15€.

5. Tuning ist scheinbar auch in Griechenland sehr beliebt und auch hier interessiert es wieder Niemanden. Man erzählte uns, dass beispielsweise der ZT 75 N für die M53 Motoren der Simsons ohne Weiteres erlaubt sei.

 


Wir entschlossen uns die Reise von Griechenland aus in Richtung Bulgarien fortzusetzen. Doch eine Sache konnten wir uns vorher nicht entgehen lassen: An nahezu jeder Straßenecke in Thessaloniki standen diese neuen E-Tretroller herum, die wir mal ausprobieren wollten. Nach dem Downloaden der dazugehörigen App fuhren wir mehrere Kilometer an Thessaloniki’s Uferpromenade entlang, vorbei am weißen Turm, bis zum bekannten Aristoteles-Platz. Auch wenn E-Tretroller eine wirklich nette Spielerei und für verkehrsreiche Innenstadtstraßen zu empfehlen sind, bleibe ich für den Alltag lieber den schnelleren Simson-Fahrzeugen treu ;)

Unser Fazit aus Griechenland: Simsons ind zwar keine alltäglichen Fahrzeuge im griechischen Straßenverkehr, doch wenn man genauer hinschaut und sich griechische Kleinanzeigen durchliest, kann man sehr wohl auf echte Simson-Unikate stoßen! :)

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