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25.07.2019 - Nächster Halt: Ulaanbaatar, Mongolei

Donnerstag, 25 Juli 2019 geschrieben von

Die Transsibirische Eisenbahn brachte uns und die Schwalbe ca. 3500 km lang durch die malerische sibirische Einöde. Vorbei an kleinen Dörfern und größeren Städten. In Irkutsk angekommen, holten wir die Schwalben-Pakete aus dem Gepäckraum des Zuges heraus und hievten sie durch das Bahnhofsgebäude. Treppe runter, Treppe rauf, Treppe runter und wieder Treppe rauf. Trotz der beiden Sackkarren war es sehr anstrengend, die Schwalben-Teile neben unseren eigenen Wanderrucksäcken und Tagesrucksäcken zu transportieren. Das Hostel war zum Glück nur einen knappen Kilometer vom Bahnhof entfernt, sodass wir die paar Meter auch noch laufen wollten. Was wir jedoch nicht bedachten: Die Google-Maps-Kartierung entspricht in Russland leider nicht immer der Realität. Am Bahnhofsvorplatz angekommen erkannten wir, dass der „kurze“ Weg zum Hostel über einen Hügel und viele weitere Treppen führte.

Von Irkutsk aus war es ein Katzensprung zum Baikalsee, dem tiefsten und ältesten Süßwassersee der Erde. Leider war das Wetter bei unserem Besuch etwas regnerisch. Trotzdem haben wir es uns natürlich nicht entgehen lassen, am Kiesstrand des Sees einen für den Baikalsee typischen Räucherfisch zu essen. Lecker! :)

Mit einer russischen Marschrutka (Kleinbus) ging es anschließend von Irkutsk aus entlang des Baikalsees bis nach Ulan-Ude, der letzten größeren Stadt vor der mongolischen Grenze. In Ulan-Ude wurde uns erneut bewusst, dass das Ablaufdatum unseres russischen Visums nahte, sodass wir händeringend nach einer Möglichkeit suchen mussten, wie wir mit der Schwalbe im Gepäck am einfachsten die mongolische Grenze überqueren können. Im Zug waren keine Plätze mehr frei. Darüber hinaus hätte allein die Grenzüberquerung mit dem Zug schon ca. 10 Stunden gedauert, sodass wir uns für eine schnellere und günstigere Variante entschieden. Wir ergatterten die letzten zwei letzten Fernbus-Tickets und überquerten mitten in der Nacht die russisch-mongolische Grenze. Was wir zuvor jedoch nicht bedacht haben war, dass man sowohl bei der russischen Ausreise als auch bei der Einreise in die Mongolei das gesamte Gepäck aus dem Gepäckfach holen und mit durch die Sicherheitsschleuse tragen muss. Zum Glück waren die Sicherheitsbeamten auf beiden Seiten relativ entspannt und ließen uns ohne Probleme passieren. Dennoch war dieser Grenzübertritt mit Abstand der anstrengendste der gesamten Reise, nicht zuletzt, weil unsere Großen Sackkarren weder durch die Schleusen noch durch die engen Türen der Grenzstationen passten. So schnallten wir die Schwalbe in dieser Nacht ein halbes Dutzend mal auf und wieder ab, bevor wir schließlich um 2 Uhr Nachts auf mongolischen Straßen weiterfahren konnten!

An dieser Stelle noch ein kleines Fazit zu Russland: Gerne hätten wir dieses riesige Land noch weiter erkundet, was uns leider aufgrund der kurzen Aufenthaltserlaubnis nicht möglich war. Simsons scheint es dort nur wenige zu geben, aber immerhin: Es gibt Sie. Zwei Simsonfans schrieben uns in den letzten Tagen an, als wir jedoch schon viele Tausende Kilometer entfernt waren und unsere Zeit drängte.
Ein interessanter Fakt: In Russland wurde der M500er Motor von Simson in den 2000er Jahren noch einige Zeit nachgebaut. Die Lizenz zur Produktion wurde nach Russland vergeben und der Motor landete tatsächlich in einigen Nicht-Simson-Fahrzeugen. Unter anderem auch in der sogenannten IZH Kornet. Einen interessanten Beitrag dazu verlinken wir euch hier ebenfalls.

Von der Grenze aus fuhr uns der Bus weiter bis nach Ulaanbaatar (Ulan Bator), der Hauptstadt der Mongolei. Da wir möglichst über den Landweg nach Vietnam einreisen möchten, müssen wir nun etwas Besonderes herausfinden: Ist es als Ausländer möglich, ein chinesisches Visum in der chinesischen Botschaft der Mongolei zu bekommen?

Im Vorfeld haben wir diverse teils widersprüchliche Erfahrungsberichte im Internet gelesen. Die einen Reiseblogs sagen ja, es sei möglich, aber mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Die anderen beschrieben, wie ihr Visumsantrag ohne ausführliche Begründung abgelehnt wurde. Für uns steht jedoch eines fest: Es gibt nur zwei Möglichkeiten, die Mongolei über den Landweg zu verlassen. Über Russland oder China. Die Rückkehr nach Russland können wir ausschließen, da unser russisches Visum abgelaufen ist, sodass nur noch die Strecke durch China übrig bleibt, wenn wir komplett auf einen Flug nach Vietnam verzichten möchten. Drückt uns also die Daumen, dass wir es schaffen, hier in Ulaanbaatar ein Visum für China zu bekommen ;)

 

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